Durango

Ich schreibe für Samstag. Ich komme schon ganz durcheinander. Also heute ist Sonntag, aber ich schreibe für gestern. Samstag. Heute ist ja auch noch nicht zu Ende. Es wird entschieden, dass wieder mal früh aufgestanden wird. Das Travellodge- Frühstück, welches in der „Lobby“ einzunehmen ist, graust mich. Und ich nehme an, dass die Tatsache, dass alle Leute, die mit ein paar Kleinigkeiten in der Hand aus dem Lobbyfrühstücksraum kommen das genau so oder ähnlich sehen. Sitzen tut da irgendwie nie jemand. Wir sitzen. Kaffee, Toast, ab. Unser Weg führt uns in den Mesa Verde National Park. Einer der Sorte, die nur einen Eingang hat. Man gondelt also rein in den Park und fährt auf dem selben Wege wieder raus. Ich fahre gerne einmal irgendwo durch. Der Mesa Verde NP ist sehr besonders. Er bietet jetzt nicht unbedingt die Highlights in Bezug auf seine landschaftlichen Vorzüge. Diese liegen woanders. Ist man also oben (Norden) in den Park rein gefahren und unten (Süden) angekommen, gibt es View Points. Und diese bieten Ausblicke auf Häuser. 


Ja man muss schon ziemlich genau hinsehen. Also… hier lebten vor vielen Jahrhunderten die Anasazi Indianer. Achtung! Es folgt wieder gefährliches Halbwissen. Charles und Richard, ihres Zeichens Cousins und Cowboys, standen im Jahre 1888 vermutlich sprachlos vor diesen sagenhaften Gebäuden. So lange hat es gedauert, bis diese Gegend entdeckt wurde. Von den Weißen wohlgemerkt Aber hier ist ja auch nicht wirklich etwas so richtig alt. Dies hier allerdings schon. Die Anasazi lebten hier schon im 6. Jahrhundert nach Christi. Zunächst aber nicht in diesen Klippenwohnungen. Sie bauten erst Löcher, dann kleine Häuser und die Jahrhunderte vergingen. Es gibt viel über sie zu wissen, weil sie ihren Müll einfach über die Klippen entsorgt hatten. Archäologen freuten sich. Dann bauten sie mehrstöckige Pueblos und richtige Gebäudekomplexe. Das, was auf dem Bild zu sehen ist, stammt aus dem 12.-13. Jahrhundert. So lange dauerte die Entwicklung der Wohnformen nämlich. Die Gebäude wurden in Klippenspalten gebaut. Sie konnten nur von oben über die Klippe erreicht werden. Im Cliff Palace waren über 200 Räume. 

Cliff Palace. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man Touristen sehen.

Die über 200 Einwohner waren vor allem möglichen und unmöglichen geschützt. Im übrigen gab es auch Leitern. Keine Feinde, wilde Tiere oder übermäßige Witterung konnte den Leuten etwas anhaben. Dann haben sie noch einen Sonnentempel auf ihren Tafelberg gebaut ohne Dach in Form eines D’s. Tja und dann? Ende des 13. Jahrhunderts sind sie verschwunden. Alle. Keiner weiß warum. Keiner weiß wohin. Es gibt sie einfach nicht mehr. Ich glaube sogar, sie haben alles stehen und liegen lassen. Man steht vor diesen Bauten und stellt sich die ungeheure Entwicklung vor. Wie lange sie gebraucht haben, sich diese Wohnform auszudenken und zu bauen. Die Anasazi haben nur ca. 100 Jahre in den Klippenwohnungen gelebt. Was ist passiert? Eine Klimakatastrophe? Mein Gatte ist ja sehr schlau und mutmaßte irgendwelchen religiösen Gründe. Was es auch sei. Diese Teile sind sehr abgefahren. 

Die Bilder mit den Männchen habe ich aus Dioramen im Visitor Center abfotografiert. Wer kann erraten warum? Überhaupt bietet das Visitor Center viele Einblicke in das Leben der Anasazi. Ich habe wieder mehr mit der Fotokamera fotografiert, weil die Entfernungen schon recht groß sind. Es gibt eine Klippe, das Balcony House, welches von Touristen mittels einer Führung direkt besucht werden kann. Ich weiß zwar immer nicht ob sowas nötig ist, andererseits wandern wir ja auch durch unsere Burg Eltz. Wie auch immer. Um dahin zu gelangen muss man eine 10 Meter Leiter runter und durch einen Tunnel. Alles nichts für mich. Alles! Wir haben uns alles angesehen, von weiten eben und treten den Rückweg an. Ist auch schon wieder Mittag. Auf der Rücktour mache ich die Augen zu. Kenne die Strecke ja schon von der Hintour. Tafelberge soweit das Auge reicht. Wir machen heute wieder einen Wir-essen-auf-dem-Zimmer Tag. Einkehr bei City Market und ja ja Maccaroni mit Käse gekauft. Wir wurden freundlicherweise von einem Blogleser darauf hingewiesen, dass die wenn nur knapp tödlich, doch sehr ungesund sind. Vielen Dank für die Fürsorge. Ich schwöre, dass ich zu Hause keine mehr anrühren werde. Die paar Maccaroni bringen uns doch nicht gleich um. Um dem etwas entgegen zu kommen gibt’s auch Salat. Und Hähnchenschenkel und andere Hühnerteile. Sehr bekömmlich. Ja und sicher von nicht so glücklichen Hühnern. Danach muss ich mich einen Moment ausruhen. Immer dieses frühe Aufstehen und das alles. Reisen macht müde. Der Gatte macht Müßiggang. So nennt er das. Am späten Nachmittag, als wieder Gewitter aufkommen, fahren wir nach New Mexico. Sind 33 Kilometer. Muss man mal gewesen sein. Zumindest muss man da gewesen sein, wenn man einen Cache machen will um ein New Mexico Souvenir zu bekommen. In der Tankstelle neben dem Cache kauft sich mein Gatte eine riesige Pepsi für 1,05$. Nicht zu fassen. Zurück in dem zerrütteten Motel will ich Blog schreiben. Das wird ein wenig durch äußere Umstände vereitelt. Es fängt an mit einem Hundegebell aus Zimmer 11. Wir haben Zimmer 10. Ein kleiner Hund, aber mit einem ungeheuren Durchhaltevermögen ausgestattet. Damit der kleine Hund nicht alleine die ganze Lodge zusammenbrüllen muss, stimmt ein weiterer Hund, etwas größer der Belle nach, mit ein. Und die Beiden geben alles! Herrchen und Frauchen sind wohl aus. Essen oder was weiß ich. Irgendwann kommen die Zweibeiner wieder und Ruhe herrscht. Gegenüber wohnen irgendwelche Arbeiter, zumindest sehen die so aus und machen Krach. Stehen auf dem Balkon und lassen es krachen. Und dann geht eine Autohupe los. Nicht wie man das so kennt, dass mal jemand zu nah an ein Auto kommt und das macht mal so hup-hup. Nein das Hupt durch. Viertelstunde? Männer gesellen sich um das hupende Car und gucken. Ja davon hört das auch nicht auf. Vom gucken. Egal. Als ich fertig bin mit schreiben bin ich fertig. 

Ich mag die Wetterbilder so gerne.

2 Gedanken zu “Durango

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