Moab

Der Tag beginnt mit Sonntag und Frühstück. Ich schreibe Blog im Frühstücksraum. Zumindest versuche ich das. Neben mir am Tisch sitzt eine Famile, Vater, Mutter mit junger Tochter. Ich entnehme der Unterhaltung, dass die Lütte hier irgendwo zur Schule geht und ihre Eltern sie besuchen und sie ein bisschen gemeinsam reisen. Mein Gott hat dieses Mädchen viel zu reden. Ohne Unterbrechung. Ich gebe das Schreiben auf. Das Frühstück hier ist in Ordnung. Rührei, Würtschen, Kartoffeln hier in Würfeln dargeboten- das Standard Continental Breakfast. Mein Gatte kommt dann auch dazu. Es schleicht sich eine gewisse Nervosität ein! Es ist 9.45 Uhr und wir müssen bald los. Heute ist der große Hubschrauber Tag. Mir geht die Düse. Das Fluggerät, das ich auf einem Bild gesehen habe ist etwa so groß wie ein umgelegtes Einmachglas. Winzig klein. Vorne zwei Plätzchen, hinten zwei Plätzchen. Einer ist schon vergeben- drei mal dürfen sie raten. Wir fahren mit weichen Knien zum Flugplatz Moab. Es ist schon ganz schön warm und die Sonne ballert von einem fast wolkenlosen Himmel. Wir kommen an und checken ein. Das Ganze ist sehr klein und irgendwie familiär und neben uns sitzen noch zwei weitere Personen in der Wartehalle. Mein Gatte trägt das Hubschrauber T-Shirt was die junge Dame am Schlater dazu veranlasst, ihn für einen Piloten zu halten. Gelächter. Er deutet mit 0,5 Zentimetern zwischen Daumen und Zeigefingern an, dass er nicht so viel Pilot ist. Gelächter. Neben der jungen Dame steht ein Mann, den sie uns als unseren Piloten vorstellt. Den Namen habe ich leider in meiner Aufregung vergessen. Wir gehen zum Flugfeld. Pilotenkollegen rufen uns noch zu, wir sollen uns keine Sorgen machen, unser Pilot hätte gerade seinen Führerschein gemacht. Verhaltenes Gelächter. Wir werden mit einem kleinen E-Auto, auf dem man hinten auf einem kleinen Bänkchen platz nehmen kann zum Hubschrauber gefahren. Das hätte mir an Entertainment eigentlich schon gereicht. Es geht die Frage los, wer vorne sitzen möchte. Keiner will. Einer muss aber vorne sitzen, ich nehme an das Einmachglas kann mit zwei Möpschen hinten nicht starten. Ich gehe nach vorne. Arghjfhh. In dem winzigen Teil ist eine Affenhitze, die Klimaanlage wird nebst Motor angeworfen. Anschnallen Kopfhöhrer auf. 

   

Das sieht dann etwa so aus. Tja und als der kleine Hubi dann auf Touren ist und alle Türen zu und Test-Test-Test, Kopfhöhrer funktionieren geht es los. Es ist unwahrscheinlich amazing. Geradezu spectacular. Es schaukelt mächtig und ich frage verhalten, ob wir auch genug Benzin haben. Gelächter. Unser Flug führt uns am nördlichen Rand des Canyonlands National Park vorbei. Es gibt keinen besseren Weg einen Canyon zu betrachten als von oben. Weil es schon wieder an die vierzig Grad hat und die Wärme nach oben steigt und da Thermik macht, wackelt es und hat auch kleine Luftlöcher. Das stört mich im Flugzeug ja immer fürchterlich, aber hier kann ich am Piloten ablesen, dass das völlig normal ist. Ich frage aber vorsichtshalber noch mal nach, ob alles right ist. All is right, sacht er. Wir fliegen durch eine Schlucht und über den Green River und über den Bowknot Bend. Es ist fantastisch. Das sage ich zu dem Mann neben mir auch: It’s amazing! Ich erkläre ihm, dass das bei uns großartig heißt. Er sagt er kann nur ein Wort auf deutsch: nein. Sehr wichtiges Wort bestätigt mein gatte. Gelächter. 


Es ist wirklich ein Dream. Wir fliegen langsam zurück. Als es an die Landung geht, kommt ein Funkspruch rein, dass fünf Blackhawks Helicopter der US Army landen werden. Ich frage was die wollen und der Pilot meint, tanken. Ich frage, ob die auf ihrem Miniflughafen genug Benzin haben. Gelächter. Die Landung ist butterweich. Wir bleiben noch ein Weilchen sitzen und warten, das sich das kleine Teilchen abgekühlt hat. Dann kommen die Großen. 


Mein lieber Freund, da kannste dir deinen Hut aber mal gut festhalten. Wir sind glücklich und zufrieden und verabschieden uns. Es war ein unvergessliches Erlebnis. 

 

Es ist viertel vor zwölf. Habe schon wieder so viele Eindrücke- könnte schon wieder ins Bett gehen. Auf das Erlebnis gehen wir erst mal in die Brewery. Das ham wa uns verdient. Ein paar Kleinigkeiten beim City-Market geholt. Mit Kleinigkeiten sind allerdings nicht die Kalorien gemeint. Es war auch ein Donut dabei. Weil es schon wieder die vierzig Grad geknackt hat muss man ja viel trinken. Wir entscheiden uns für Müßiggang im Hotel mit Baden im Pool. Schön erfrischend. Danach Siesta. Unser heutiges Ziel neben den anderen bereits erreichten- der Canyonlands National Park. Wie der Name schon sagt ein Canyon. So etwas wie der kleine Bruder vom Grand Canyon. Wirklich sehr schön. 


Wir haben ein neues Spiel mein Gatte und ich. Das Fotografieren von US Kennzeichen. Ich befürchte, die bekommen wir nie komplett, es sei denn wir fahren mal nach Hawaii. Dennoch eine schöne Sache für so eine Sammelliese wie mich. Hat aber auch einen Nachteil… ich gucke jetzt nur noch auf Autokennzeichen. Den Dead Horse Point, von dem sich Thelma und Louise runterfahren haben wir ausgelassen. Für heute ist es genug. Die letzte Etappe für heute ist Wendy’s. Ich bestelle mir aus versehen eine Tripple Burger, der es mir bis auf alle Zeit mit Wendy’s verdirbt. Was habe ich mir dabei gedacht. So viel Burger zwischen zwei Brötchenhälften. Boah. Heute heißt es zeitig zu Bett gehen. Morgen geht es früh los… in den Arches National Park (you will love it, it’s amazing), sie wissen schon.

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